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Liebe Mitchristen in unseren Gemeinden,

neulich am Mittagstisch verzog meine Tochter das Gesicht mit den Worten: „Mama ich glaub, da hast du das Salz vergessen“! Schnell stand der Gewürzstreuer auf dem Tisch, um die Suppe nachzuwürzen. Salz ist in der Küche eigentlich ein schlichtes Gewürz und doch unentbehrlich.

Mit dem Licht verhält es sich ähnlich. Wenn ich an nebligen, regnerischen Tagen am Abend mit meinem Hund unterwegs bin, wäre ich an manchen Stellen ohne eine Taschenlampe hilflos. In der dunklen Jahreszeit gibt uns Licht Sicherheit und Orientierung. Solche Alltagserfahrungen nutzt Jesus immer wieder, um uns etwas über Gott und unser Leben zu erklären. Im Mt. Evangelium 5, 13-15 heißt es: Ihr seid das Salz der Erde….Ihr seid das Licht der Welt….

Mit diesen Vergleichen erwartet Jesus von uns keine helden- haften Taten oder aufopferungsvolles Engagement für andere. Für mich sind Jesu Worte ein Aufruf, Flagge zu zeigen, sich als Christ im Alltag nach seinen Wertmaßstäben zu richten und selbstbewusst für die eigenen Überzeugungen zu stehen. Wenn wir unseren Glauben authentisch leben, dann lassen sich vielleicht auch andere davon anstecken, oder werden zumindest neugierig. Und wenn nicht, haben wir es zumindest versucht. Dabei heißt es aber auch, die Grenzen des anderen zu akzeptieren. Denn es geht im Glauben nicht darum die eigene Einstellung dem Gegenüber aufzuzwingen. Im Bild gesprochen heißt das: Bei allem Nutzen den uns Salz und Licht bringen, zu viel des Guten schadet eher, als dass es nutzt.

So kann man sprichwörtlich anderen „die Suppe versalzen“. Wie so oft kommt es eben auf das richtige Maß an. Wenn wir anderen mit Toleranz und Offenheit gegenüber treten und Kritik aushalten, sind wir schon wie ein Salzkörnchen oder ein Lichtstrahl, die anderen Menschen Halt geben können.

Eine gute Zeit wünsche ich Ihnen im Namen des Seelsorgeteams
Evi Warnke, Gemeindereferentin

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