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                               Liebe Mitchristinnen und -christen,
als ich am Vorwort für diese Gottesdienstordnung saß, kamen plötzlich Erinnerungen meiner Kinder- und Jugendzeit hoch: ein ganzer Monat Fastenzeit. Eine soo lange Zeit, in der ich mich – freiwillig –beschränken wollte. Und was gerade in dieser Zeit alles so Tolles angeboten wurde, auf das ich nun teilweise oder ganz verzichten wollte und sollte.

Ja wirklich, der ganze Monat März ist geprägt von der Fastenzeit, wir sind so mittendrin in den 40 Tagen. Immer nur violett, immer nur Beschränkung und Verzicht!? In den Tagen der Pandemiebeschränkungen wird kaum etwas so sehr gefordert wie eine Perspektive für diese Zeit bzw. danach: eine schrittweise Lockerung bzw. das Ende der Einschränkungen. Wir Christinnen und Christen sind da schon einen Schritt weiter: wir haben eine Perspektive und ein Endziel für die Tage der Fastenzeit: Ostern.
Und, die göttliche Pädagogik kommt uns weiter entgegen. Das Licht vom Berg der Verklärung strahlt in diese Tage hinein, das Evangelium haben wir am 2. Fastensonntag gehört. Dann ist da der 4. Fastensonntag, Laetare – freue dich, genannt. So beginnt der Eröffnungsvers der Sonntagsliturgie mit einem Zitat aus dem Propheten Jesaja. Und ein „irdischer“ Grund zur Freude: die Hälfte der Fastenzeit ist überwunden und in die Farbe der Buße (violett) mischt sich an diesem Tag schon das Weiß von Ostern, darum kann an diesem Tag die liturgische Farbe Rosa verwendet werden.

Es gibt noch zwei weitere festliche Unterbrechungen. Am 19. März feiern wir den Heiligen Josef, den stillen Mann an der Seite Mariens. Die wichtigsten Entscheidungen seines Lebens wurden durch Träume vorbereitet. Er ist für mich einer, der mit sich selbst so im Reinen ist, dass er seinen Träumen vertrauen kann. Er kann sich darum so zurücknehmen, dass Gott ganz in ihm Raum bekommt. Im Hochfest Verkündigung des Herrn am 25. März feiern wir das Ja-Wort Mariens, die Gott in einzigartiger Weise Raum zum Leben schenkt. Und folgerichtig, in 9 Monaten feiern wir Weihnachten. Das ist doch mal eine Perspektive!

Und dann klingt der Monat März mit den Hosianna-Rufen des Palmsonntags aus. Freude und Jubel, die sich dann in die Karwoche hinein verändern zum Schrei: „Ans Kreuz mit ihm“. Aber da ist ja dann auch schon April.

So können wir doch ganz gelassen den März angehen, auch wenn er von der Fastenzeit ausgefüllt ist. Gehen wir Tag für Tag, öffnen uns für die kleinen, aber stetigen göttlichen Zeichen und erfahren SEIN Wirken in dieser Zeit.
Ihr Br. Korbinian vom Franziskanerkloster auf dem Kreuzberg

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