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Zum achten Male haben sich in diesem Jahr Männer und Frauen aus der oberen Rhön zur dreitägigen Wallfahrt in den oberfränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen auf den Weg gemacht. Was ehedem ein Projekt der jungen Pfarreiengemeinschaft Am Kreuzberg, Bischofsheim war ist schon seit ein paar Jahren zu einer Gemeinschaftsaktion für weitere Rhöngemeinden geworden.

Der Morgen ist noch nicht angebrochen am Freitag, da wird es schon auf dem Kirchenvorplatz von Bischofsheim sehr lebendig. Nach und nach kommen sie aus allen Richtungen aus dem Dunkel, die Begrüßungen untereinander sind herzlich, man kennt sich meistens noch von der letzten Wallfahrt. Aber auch neue junge Wallfahrer sind dazu gekommen, auch sie dürfen sich gleich aufgenommen fühlen in die große Gemeinschaft. Auf dem Gepäckwagen von Peter Kleinhenz wird alles verstaut, was man unterwegs nicht braucht. Wallfahrtsführer Manfred Zirkelbach braucht keine langen Vorreden zu halten, jeder kennt den Ablauf. Pfarrer Manfred Endres wünscht ein gutes Gelingen, spendet den Pilgersegen und spart danach nicht mit geweihtem Wasser, schickt die Wallfahrer mit einem freudigen „Gelobt sei Jesus Christus“ in den aufziehenden Tag. „Beim frühen Morgenlicht, erwacht mein Herz und spricht: Gelobt sei Jesus Christus“. Das Lied schallt über den Bischofsheimer Marktplatz, die 25 Musikanten verstärken den vielstimmigen Gesang, die Glocken begleiten die Wallfahrer zum Städtchen hinaus. Die Brend entlang bis nach Schönau begleitet die Wallfahrer das Glockengeläut aus Unterweißenbrunn und Wegfurt.

 

Nach Pilgermesse und Frühstück in Schönau geht es erst mal steil hinauf über den Schweinberg nach Lebenhan, von dort nach Heustreu und Wülfershausen. Dann haben die Wallfahrer schon mehr als 30 Kilometer hinter sich gebracht, aber die Pausen unterwegs tun den Füßen doch ganz gut. Wo es ganz besonders zwickt, sind die Männer vom Roten Kreuz gefragte Leute. Am Wallfahrtskirchlein Findelberg vorbei steuern die Wallfahrer dann am späten Nachmittag Bad Königshofen an, das erste Etappenziel. Pfarrer Karl Feser kommt mit seinen Messdienern den Wallfahrern bis an die Stadtgrenze entgegen. Mitten durch die Stadt über den Marktplatz erschallt dankbar für den ersten gelungenen Tag „O himmlische Frau Königin“. Bis Samstagmorgen ist nun Ausruhen angesagt, die gastgebenden Königshöfer kümmern sich rührend um ihre Wallfahrergäste.

 

„Alles ist gut“ lautet am Samstagmorgen der allgemeine Kommentar auf die Frage nach dem Befinden. Von Bad Königshofen sind es nur ein paar Schritte bis hinüber nach Ipthausen. Die Kirche Maria Geburt gehört zu den schönsten Kirchen Frankens, erbaut im Stil des Rokoko. Dort feiert Vikar Gabriel mit den Wallfahrern den zweiten Gottesdienst. Dabei verschweigt er nicht, dass die Strapazen des ersten Tages auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen sind. Aber es gibt kein Pardon. Der Wallfahrtsführer schaut schon auf die Uhr. Es muss weitergehen, die knapp 40 Kilometer, welche an diesem Tag vor den Wallfahrern liegen, meist über Landstraßen in Thüringen ist wahrlich kein Spaziergang. Direkt auf dem Grenzstreifen zu Thüringen, dort wo Menschen ein Kreuz aufgerichtet haben, um für das Wunder der Vereinigung des Vaterlandes zu danken, wird Mittagsrast gemacht. Da macht dann auch schon einmal der Begriff „Welness-Wallfahrt“ die Runde. Wie das? Da schmeckt natürlich der frische Leberkäsweck, die eingebackene Bratwurst, ein süßes Hörnchen der Bäckerei Schmitt aus Bad Neustadt besonders lecker. Die Bäckerfamilie Hummel aus Untereßfeld hat seit Beginn der Wallfahrt die Mittagsverpflegung mit großem Engagement übernommen. Dazu noch einige diverse Getränke: Herz was willst du mehr. Nach einem weiteren Halt in Wasmuthhausen endet der zweite Tag mit „Großer Gott wir loben dich“ im Mittelalter-Städtchen Seßlach, wo dann am zweiten Abend der Marktplatz den Rhönern gehört. „Komm mit mein Schatz“, und „Frisch auf zur lieben Rhön hinauf“, hallt es durch die engen Gasse des Städtchens, die Musikanten machen gerne eine musikalische Sonderschicht. Ein „Schäufele“ und ein Hausbraubier aus dem Roten Ochsen als Belohnung für die anstrengende Tagesetappe, ein Gedicht.

 

„Das neue Morgenrot erglüht“. Am Sonntagmorgen ziehen inzwischen 160 Wallfahrer zum Seßlacher Stadttor hinaus und den steilen Anstieg gleich am Anfang hinauf „Hätt doch díe Schweinshaxe am beste bloß angeguckt gestern Abend“ stöhnt Manfred Zirkelbach und erntet für seinen Kommentar über den Lautsprecher Zustimmung. Aber mit Liedern und Gesang und mit guter Stimmung geht es zunächst über den Itzgrund und später über das Maintal hinüber nach Vierzehnheiligen. Pünktlich sind die Wallfahrer eingetroffen und pünktlich werden sie um 15.15 Uhr vor der Basilika abgeholt. Pater Alexander Weißenberger, der fast 30 Jahre bis zum Jahr 2002 auf dem Kreuzberg als Guardian dem Konvent vorstand, begrüßt die Bischofsheimer besonders freudig: „Ich hab gar net gewusst, dass die Rhöner so zahlreich nach Oberfranken pilgern“, wunderte er sich bei seiner Begrüßung. Auch Pater Stanislaus Wentowski, bis im letzten Herbst ebenfalls Guardian auf dem Kreuzberg steht mit strahlendem Lachen an der großen Eingangstür zur Basilika und begrüßt die vielen Bekannten, die an ihm vorbei in die Basilika einziehen: „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land“, die Freude über die Ankunft ist allen in die Gesichter gezeichnet. Wenn dann die Orgel brausend einsetzt, wenn das Lied mehrhundertstimmig erklingt „Vierzehn Heilge Schutzpatrone für die Welt am Gottesthrone, starke Helfer in der Not, mächtig hoch geehrt bei Gott“, dann fließt auch die eine oder andere Träne der Rührung über strahlende Gesichter.

 

Der besonders feierliche Festgottesdienst ist noch einmal ein Höhepunkt der Wallfahrt und Manfred Zirkelbach kann anschließend mit dem Wallfahrtsteam zufrieden und glücklich ein erstes Resümee ziehen. Alles ist gut gegangen, alle haben drei glückliche Tage in Gemeinschaft verbracht. Die neunte Wallfahrt nach Vierzehnheiligen findet im Jahr 2018 vom 6. bis 8 Juni statt.

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