header
Ende April mussten die Menschen in der Rhön, speziell in der Pfarreiengemeinschaft „Am Kreuzberg, Bischofsheim“ von ihrem beliebten Seelsorger Gabriel Gnanathiraviam Abschied nehmen. Von 2013 bis 2018 war er als Pfarrvikar in der Pfarreiengemeinschaft tätig. Seit Mai ist er wieder in seiner indischen Heimat und als Pfarrer tätig.

Zum Abschied wünschte er sich von den Rhönern einen kleinen Zuschuss für ein Fahrzeug, mit dem er in Indien seine Gemeinden besuchen könne. Gabriel Gnanathiraviam war als bescheidener, warmherziger, zurückhaltender und herzlicher Seelsorger in der Rhön sehr beliebt, um so größer fiel die Zuwendung aus, die die Menschen ihm entgegenbrachten.

 

Den Kontakt zur Rhön und seinen Freunden hat er nicht verloren. In einem Schreiben berichtete er nun von seinen ersten Monaten in der Heimat. Zurück in die Heimat ging er unter anderem auch, um näher bei seinen Eltern zu sein. Nun berichtet er: „Meinen Eltern geht es gut. Mein Vater ist neulich 79 Jahre alt geworden, meine Mutter 70.“ Im September feierten seine Eltern ihr goldenes Hochzeitsjubiläum. „Ich habe sie zu mir in meine Pfarrei eingeladen und für sie in meiner Kirche die Messe gefeiert.“

 

Gabriel Gnanathiraviam ist in der Pfarrei St. Antonius in Palanganatham tätig. Diese Pfarrei liegt im Stadtviertel Madurai. Es ist eine arme Gegend, die Menschen sind Nachkommen der sogenannten „Unberührbaren“. „Noch sind die meisten Menschen Analphabeten, unausgebildet und arm. Doch ihr Glaube ist tief. Sie hoffen auf Gott, so kommen sie öfter in die Kirche. Messen sind für die das A und O. So haben wir täglich zwei Messen und Sonntags fünf Messen.“

 

Zur Pfarrei von Gabriel Gnanathiraviam gehören etwa 550 Familien und 1850 Familienmitglieder. Die Familien sind in 22 kleinere christliche Gemeinden aufgeteilt. „Diese Pastoral macht mir Spaß und ich fühle mich jeden Tag erfüllt.“

 

Außer seiner pastoralen Tätigkeit hat er eine Schule mit zehn Klassen zu verwalten. Für 885 Schüler und 37 Lehrkräfte trägt er Verantwortung. Allerdings bekommen nur 26 Lehrerinnen ihr Gehalt von der Regierung, elf Lehrerinnen bezahlt er selbst, außerdem zwei Reinigungskräfte und einen Wachmann. Jede Lehrerin bekomme nur 100 Euro pro Monat, dennoch sei es Monat für Monat ein Kraftakt für ihn 1.100 Euro zur Verfügung zu stellen. Die Schüler zahlen für den Schulbesuch einen vergleichsweise winzigen Beitrag von 2,50 Euro pro Jahr in der Grundschule, in der mittleren Schule sind es sechs Euro pro Jahr und für die neunte und zehnte Klasse 25 Euro pro Jahr. Mit diesem Geld könne für fünf bis sechs Monate das Gehalt der Lehrerinnen abgedeckt werden.

 

Um genügend Geld für die restliche Monate zu bekommen wurde ein Schulfest veranstaltet, bei dem die Schüler tanzten und sangen und die Eltern Verpflegung zur Verfügung stellten, so kamen 400 Euro zusammen. „Es war ein Erfolg. Die Schüler wollen solch ein Fest jeden Monat“, berichtet er von de Begeisterung an seiner Schule.

 

Den Bischofsheimern dankte er für immer noch andauernden Großzügigkeit. Über 13.000 Euro haben die Rhöner Gabriel Gnanathiraviam für die Anschaffung eines Fahrzeugs gespendet. Er hat sich von dem Geld ein Hyundai Asta 1.4. Diesel für 8.550 Euro angeschafft. Es war ein Vorführwagen. „Ich bin damit sehr zufrieden und wenn ich jedes Mal damit fahre, bin ich allen Menschen sehr dankbar, die mir geholfen haben, ein Auto anzuschaffen.“ Das Fahrzeug benötigt er um zu den Familien zu fahren und seinen pastoralen Dienst zu tun.

 

Wer sich Gabriel Gnanathiraviam weiterhin verbunden fühlt und ihn unterstützen möchte, der kann das über das Konto der Kirchenstiftung Unterweißenbrunn auch weiterhin tun. Alle Belege zur Verwendung der Gelder sendet er nach Deutschland, so dass eine Transparenz gegeben ist. Die Bankverbindung lautet: IBAN DE74 7935 3090 0011 1736 63 BIC: BYLADEM1NES bei der Sparkasse Bad Neustadt

 

­