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Eigentlich hätte die Sanierung der Stadtpfarrkirche St. Georg schon abgeschlossen sein sollen und zu Weihnachten ein schöner Festgottesdienst in der hellen und sanierten Kirche stattfinden können. Doch wie das mit großen Baustellen so ist, es kam zu diversen Verzögerungen und auch unliebsamen Überraschungen und so konnte die Sanierung nicht im ursprünglich vorgesehenen Zeitrahmen abgewickelt werden. Nun wird es Frühjahr nächsten Jahres. „Ostern feiern wir ganz bestimmt in der sanierten Kirche“, versicherte Pfarrer Manfred Endres.

Ein Hauptgrund für die Verzögerung war die defekte Orgel, was aber erst im Zuge der Sanierungsmaßnahmen in voller Gänze zu Tage kam. „Wir hatten Schimmelbefall in der Orgel und mussten handeln“, erklärte Peter Schonder, der gemeinsam mit den weiteren Mitgliedern des Sanierungsgremiums die finanzielle und organisatorische Koordination der Sanierung übernommen hat. Hinzu kamen viele Details, die so aufeinander abzustimmen waren, so dass noch nicht alle Arbeiten erledigt werden konnten. „Wir haben uns jetzt entschieden, dass wir nichts übereilen und die Sanierung in Ruhe zum Ende bringen“, so Endres.

 

Die Bürger hatten am letzten Sonntag im Jahr 2018 die Möglichkeit sich von den Sanierungsarbeiten ein Bild zu machen. Das Gerüst war abgebaut und die hellen Wände mit den Malereien kamen sehr gut zur Geltung. Peter Schonder freut sich über das gelungene Werk. "Denn jetzt ist schon zu sehen, wie hell und strahlend die große Stadtpfarrkirche nach der Sanierung wirken wird."

 

Begonnen wurde mit der Sanierung vor fast genau einem Jahr. Nach dem Dreikönigs-Gottesdienst begannen die Ausräumarbeiten. Die Bänke und Bankpodeste wurden ausgelagert, Orgel und Altäre eingehaust und die Rohbau-, Steinmetz und Heizungsarbeiten konnten beginnen. Die Gottesdienste wurden fortan im Kardinal-Döpfner-Haus gefeiert.

 

Einen großen Rahmen nahmen die baulichen Veränderungen ein, so wurde die dreistufige Altarinsel komplett abgetragen und mit zwei Stufen neu aufgebaut. Auch der feststehende Priestersitz und die Ministrantenhocker wurden in diesem Zuge entfernt.


Die Sanierung der Stadtpfarrkirche trägt das Motto „Unseren Rhöndom zukunftsfähig machen“. Dazu zählt neben einem Licht- und Lautsprecherkonzept auch eine zeitgemäße und umweltgerechte Heizungs- und Lüftungsanlage. In die Wände wurden Heizungsleitungen verlegt um ein zu starkes Auskühlen zu vermeiden, was der langfristigen Sauberkeit der Kirche diene. Im Chorraum wurde zudem eine Fußbodenheizung verlegt, um in diesem kleineren Rahmen künftig Werktagsgottesdienste, Andachten oder alternative liturgische Formen anzubieten.

 

Die Freistellung der Säulen werde erst nach der Fertigstellung voll zum tragen kommen, meinte Peter Schonder. Denn die Sitzbänke, die zuvor über die Säulen hinaus reichten, seien eingekürzt worden. Ebenso seien die Seitenbänke eingekürzt worden, was für mehr Bewegungsfreiheit und eine offenere Atmosphäre sorgen soll. Durch die Freistellung der Säulen werde die Stadtpfarrkirche in ihrer baulichen Pracht viel stärker zur Geltung kommen.

 

Doch der wohl augenfälligste Teil der Sanierung ist die Säuberung der großen Wandflächen und die Retuschearbeiten an den Malereien und Graumalereien und Ornamenten in den großen Bögen und Fenstern. Die Konturen wurden so herausgearbeitet, dass sie nun einen plastischen Eindruck vermitteln. „Die großen Flächen konnten mit einer Spezialtechnik abgewaschen werden, doch in den Malereien wurde akribische Feinarbeit geleistet“, erklärte Peter Schonder. „Mit feinstem Werkzeug wurde gearbeitet, um die Malereien zu säubern. Wo die Graumalerei beschädigt war oder fehlte, wurde sie nicht ergänzt. Das unvollständige Bild an einigen Stellen ist durchaus vom Denkmalamt so gewollt.“

 

Sorgen bereitet Pfarrer Endres und dem Planungs- und Baugremium allerdings die Kostenentwicklung. Bei Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro seien unter anderem durch den Schimmelbefall der Orgel Mehrkosten von rund 200.000 Euro entstanden. „Wir benötigen Unterstützung um diese Kosten tragen zu können“, bittet Endres um Spenden und Sponsoren.

 

Die Diözese Würzburg hat einen Zuschuss in Höhe von 68 Prozent, 765.000 Euro zugesagt und die Stadt Bischofsheim beteiligt sich mit 100.000 Euro. Dank vieler Sponsoren und Haussammlungen konnte bereits ein großer Teil der ungedeckten Kosten finanziert werden, doch die unerwartete Kostensteigerung stellt die Pfarrgemeinde vor eine neue Herausforderung.

 

 

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