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18. August 2019 - Bischofsheim

Seit Mitte Juli ist Pfarrer Gabriel Gnanathiraviam zurück in der Pfarreiengemeinschaft "Am Kreuzberg, Bischofsheim", allerdings nur als Urlaubsvertretung bis Ende August. Für ihn ist es der erste Besuch in Deutschland in seiner alten Pfarreiengemeinschaft, nachdem er im April 2018 zurück in seine indische Heimat ging. Doch sein Weggang lies die Bande in die Rhön nicht abreißen. Regelmäßig berichtet er über seine Arbeit in seiner Heimat und der ihm anvertrauten Pfarrei.

Gabriel Gnanathiraviam ist in der Pfarrei St. Antonius in Palanganatham als Pfarrer tätig. Diese Pfarrei liegt im Stadtviertel Madurai, der drittgrößten Stadt des Bundesstaates Tamilnadu.  "Es ist eine arme Gegend, die Menschen sind Nachkommen der sogenannten Unberührbaren", erzählte er.

Bis Ende August werde er in Bischofsheim sein, Gottesdienste feiern und bei verschiedenen Gelegenheiten wie Seniorennachmittagen über seine Heimat und seine Arbeit sprechen. Im September werde er für einige Zeit in Bad Neustadt sein, bevor er wieder nach Indien zurück kehrt. So war er schon in Oberweißenbrunn und Wegfurt bei Seniorennachmittagen und zeigte viele Bilder aus Indien. Er berichtete über das Land, die farbenfrohe Schönheit, die faszinierende Architektur, die Vielfalt der Gewürze und Früchte. Aber auch über die Herausforderungen der indischen Gesellschaft sprach er und nannte vier Schwerpunkte: Armut, soziale, religiöse und politische Konflikte.

Armut ist in Indien allgegenwärtig

Besonders freuten sich die Zuhörer, von Pfarrer Gabriel Gnanathiraviams Gemeinde zu hören und Bilder von seiner Pfarrkirche mit der Mariengrotte, den Menschen und verschiedenen Feiern zu sehen. Zur seiner Pfarrei gehören etwa 550 Familien und 1850 Familienmitglieder. Neben seiner pastoralen Tätigkeit hat er eine Schule mit zehn Klassen und einen Kindergarten zu verwalten. Für etwa 850 Schüler und 34 Lehrkräfte trägt er Verantwortung sowie für einen Wachmann und eine Reinigungskraft. Allerdings bekommen nur 24 Lehrer ihr Gehalt von der Regierung. "Ich bezahle die anderen 12 Personen." Jeder bekomme nur 100 Euro pro Monat, dennoch sei es Monat für Monat ein Kraftakt für ihn, 1200 Euro zur Verfügung zu stellen. Alleine aus dem Schulgeld, das die Eltern für den Schulbesuch ihrer Kinder zahlen müssen, könne er nur fünf bis sechs Monate überbrücken.

So freute sich Pfarrer Gabriel  Gnanathiraviam über die erneute Großzügigkeit der Rhöner, die ihn regelmäßig unterstützen. In Oberweißenbrunn konnte ihm Andrea Hohmann, die Organisatorin des Seniorennachmittags, eine gut gefüllte Spendenbox mit 635 Euro überreichen.

Der Kirchenbesuch in Indien sei nicht mit dem in Deutschen Gemeinden zu vergleichen, erklärte er. Jeden Tag werden zwei Messen gefeiert, Sonntags sogar fünf, an denen bis zu 800 Gläubige teilnehmen. "Not lehrt beten", dieser Spruch treffe auf die in Armut lebenden Menschen zu, deren einzige Hoffnung Gott sei.  "Hoffnung geben ist meine Hauptarbeit", fasste es Pfarrer Gabriel Gnanathiraviam zusammen.

Probleme in der Regenzeit

Nicht nur zum Gottesdienst, auch zu kulturellen Veranstaltungen komme die Gemeinde zusammen, doch dies sei in der Regenzeit oft ein Problem. Zweimal jährlich sei mit Monsun zu rechnen, dann seien weder Gottesdienste noch kulturelle Veranstaltung auf dem großen Platz vor der Kirche möglich. Daher plant Pfarrer  Gnanathiraviam, das Schulgebäude aufzustocken und einen Multifunktionsraum zu schaffen, der sowohl der Gemeinde wie auch der Schule zugute komme. "Die große Schule hat keinen großen Raum für Schulveranstaltungen und keine Turnhalle, auch die Pfarrei hat außer der Kirche keinen großen Raum, der oft gebraucht würde." Die entsprechenden Pläne wurden bereits erstellt. Die Kosten betragen circa 50 000 Euro. Die Schule gehört dem Erzbistum Madurai, dem Heimatbistum von Pfarrer Gabriel, der Erzbischof unterstütze das Projekt.

Auch das Bistum Würzburg und Missio München wurden um Unterstützung angefragt. "Die Arbeit werden die Menschen vor Ort leisten, doch ohne finanzielle Mittel schaffen wir es nicht."

Bezahlung der Lehrkräfte als Herausforderung

Nicht nur die Bezahlung der Lehrkräfte und des Multifunktionssaals ist für Pfarrer Gabriel Gnanathiraviam eine Herausforderung. Der Boden der Kirche sei dringend erneuerungsbedürftig. "Die Platten sind gebrochen und Ungeziefer hat sich darunter eingenistet. Während des Gottesdienstes kommen oft Eidechsen heraus. Das ist sehr unangenehm." Auch diese Arbeiten sollen in Eigenleistung ausgeführt werden, doch ganz ohne finanzielle Mittel gehe es wohl nicht, so dass die Kirchengemeinde auf Spenden angewiesen sei. Gleiches gelte für die Toilettenanlage, die ebenfalls renovierungsbedürftig sei.

Spendenmöglichkeit: Kirchenstiftung Unterweißenbrunn Konto DE74 7935 3090 0011 1736 63 , BIC BYLADEM1NES

 

 

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