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Fjodor Hölldobler, der Pfarrer der orthodoxen Kirchen Bischofsheim ist im Alter von 76 Jahren verstorben. Hölldobler war Träger der Bürgermedaille der Stadt Bischofsheim. Sie wurde ihm als Persönlichkeit der Stadt für sein umfassendes Wirken in Bischofsheim, zum Wohle der Gemeinschaft und der orthodoxen Kirchengemeinde, im Jahr 2017 verliehen.

Fjodor Hölldobler stammt aus Mainfranken, genauer aus Ochsenfurt wo er aufgewachsen ist. Nach dem Studium der katholischen Theologie, Kirchenmusik und Lehramt trat er als Lehrer in den Schuldienst ein. Über Premich kam er nach Bischofsheim. 32 Jahre war er Lehrer. Dabei unterrichte er vor allen die älteren Jahrgänge der Hauptschule in den Fächern Geschichte, Musik und Kunsterziehung.

Zur griechisch-orthodoxen Kirche konvertierte Fjodor Hölldobler im Jahr 1976. Die Umbrüche in der Katholischen Kirche in Folge des zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) brachten Veränderungen mit sich, die Fjodor Hölldobler so nicht mittragen konnte und wollte. Lange habe er sich mit der Orthodoxie beschäftigt und letztlich hier auch seinen Frieden gefunden.

Er gründete die orthodoxe Kirchengemeinde in Bischofsheim, die er seit 1981 in seinem Privathaus auf- und ausbaute. Fjodor Hölldobler wurde zunächst zum Diakon und 1984 zum griechisch-orthodoxen Priester geweiht.

Ausgelöst durch den arbeitsmarktbedingten Rückgang der griechischen Bevölkerung in Bad Neustadt und die pastoralen Bemühungen des russisch-orthodoxen Erzpriesters Lukian Grabowski, wurde die Kapelle, die dem heiligen Nektarios geweiht war, am 2. Juni 1984 eine Pfarrkirche und kanonisch dem Moskauer Patriarchat unterstellt, der zahlenmäßig größten unter den selbständigen Gliedkirchen der Gesamtorthodoxie.

Im Laufe der Jahre wurde das Haus auch nach außen als Kirche kenntlich gemacht, in erster Linie durch das 1987 errichtete Glockentürmchen mit Kuppel und Kreuz. Es wurden entsprechende Einrichtungen für ein Pfarrzentrum geschaffen, das für die in der Diaspora lebenden Gläubigen als geistliche Heimstätte dient.

Durch das stetige Anwachsen der Gemeindemitglieder wurde eine größere Kirche notwendig und als sich die Gelegenheit bot, das dem Pfarrhaus gegenüberliegende Gebäude, die ehemalige Bischofsheimer Discothek, zu erwerben, ergriff die Gemeinde die Chance und kaufte dieses. Im Jahr 2000 wurde darin der erste Gottesdienst gehalten. Die Kirche wurde dem Heiligen Prokopius geweiht. Pfarrer Hölldoblers großes Anliegen war es stets, dieses Gebäude zu einem wunderschönen, mit Ikonen reich verziertem Gotteshaus, auszugestalten. In der Gemeindearbeit stand ihm, bis zu ihrem Tod seine Matuschka, Gertrud Hölldobler, treu zur Seite, unterstützte ihn bei der Umsetzung seiner Sehnsüchte und Ideen, bis hin zum Priestertum.

In Bischofsheim war Fjodor Hölldobler nicht nur als Pfarrer der orthodoxen Kirche und als ehemaliger Lehrer bekannt. Von Anfang an hat er sich auch außerhalb der Schule sehr stark für das Gemeinwohl in Bischofsheim engagiert und seine große Leidenschaft, die Musik, weitergegeben. Er war Chorleiter des Kirchenchors, vielen Kindern brachte er das Flötenspiel und das Spiel auf dem Schifferklavier bei.

Er zeigte auch, dass Orthodoxie und ökumenisches Miteinander mit der katholischen Kirche kein Widerspruch sind. So war er in der Katholischen Kirche als Organist tätig. In die Gemeinschaft in Bischofsheim brachte er sich mit seinen monatlichen Bibliothekskonzerten ein, darüber hinaus saß er auch bei verschiedenen Konzerten und Veranstaltungen an der Orgel, in der Kirche oder am Klavier im Rentamt. Er galt als herausragender Organist weit über die Grenzen von Bischofsheim hinaus.

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