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Coronavirus und ältere Menschen - Ein Beitrag von Pfarrer R. Kargl

Am 19. April 2020

Coronavirus und ältere Menschen

ein paar Gedanken von einem, der selbst zu den Alten gehört´....

 

Es ist schon eine recht ungewöhnliche Zeit, mit vielen Einschränkungen, Ängsten und Todesopfern. Das kleine Coronavirus schlägt auf der ganzen Welt zu und verbreitet sich rasend schnell. Gerade für ältere Menschen, die ja besonders gefährdet sind, kann das zu einem Gefühl von Eingesperrtsein schaffen. Deshalb:

  1. Es ist für Sie nicht alles verboten. Sie dürfen das Haus verlassen, um in ihrem Hausgarten nach dem rechten zu sehen und sich zu freuen an dem, was jetzt hervorsprießt. Nur besonders anstrengen dürfen sie sich nicht.

  2. Ein Plausch über den Gartenzaun mit ihrer Nachbarin ist nicht verboten und tut gut. Nur genügend Abstand, ca. zwei Meter, muss man einhalten.

  3. Sie dürfen auch auf den Friedhof und in die Kirche gehen, nur nicht in Gruppen. Die Kirche ist offen und lädt zu stillem Gebet ein. In vielen Kirchen sind auch Texte ausgelegt mit Gebeten zu dieser besonderen Situation.

  4. Ihr Telefon kann ihnen jetzt ganz besonders gute Dienste leisten. Wer würde sich über einen Anruf freuen? Wen habe ich schon längere Zeit nicht mehr gesprochen? Also nicht nur warten, bis jemand bei Ihnen anruft!

  5. Im Fernsehen gibt es jetzt ganz viele zusätzliche Angebote an Gottesdiensten und guten Gedanken. Wählen Sie klug aus!

    An diesem Freitag, dem 27. März um 18.00 Uhr wird Papst Franziskus zum Gebet einladen und – außergewöhnlich – den Segen Urbi et Orbi sprechen, wie es sonst nur an den Hochfesten geschieht.

     

Dann möchte ich noch ein paar Gedanken anfügen, die mich selbst froh machen:

  1. Es gab Nachrichten über sogenannte Coronaparties. Junge Leute, die sich erst recht zusammengefunden haben, um zu feiern, was natürlich leichtsinnig und ausdrücklich verboten ist. Aber in Unterweißenbrunn hat der Jugendclub „Die Feldapotheke“ sich sofort bereit erklärt, um für ältere Menschen alle Besorgungen zu übernehmen, damit diese sich nicht der Ansteckungsgefahr aussetzen. Das gleiche haben die Pfadfinder von Oberelsbach gestartet. - Wie denken Sie über die Jugend?

  2. Die hauptgefährdeten Personen sind die Kinder und die Alten. Den meisten im aktiven Alter würde diese Infektion gar nicht so viel ausmachen. Aber sie halten viele Beschränkungsvorschriften ein, um die Schwachen zu schützen. Ist das nicht toll?

  3. Die Ärzte und die Pflegekräfte sind ganz besonders der Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Aber sie leisten ihren Dienst, jetzt sogar unter noch viel größerer Ansteckungsgefahr, weil es unter ihnen schon eine Reihe von Erkrankten gibt.

Nur drei Beispiele, die zeigen, dass wir allen Grund zur Dankbarkeit haben.

 

Noch einen Pluspunkt möchte ich anführen, der besonders bei älteren Menschen zu finden ist: Sie wissen noch um die Bedeutung und Kraft des Gebetes. Wie es mir vor kurzem ein alter Mensch gesagt hat, der in seinem Leben vieles durchlitten hat: „Gott hat mich nie verlassen.“ Deshalb: Mit einem offenen Sinn, mit Gebetbuch und Rosenkranz, kann man – ohne abergläubisch zu sein – manche böse Geister vertreiben.

 

Ein Beitrag von Reinhold Kargl, Pfr. i.R.

 

 


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