Neu in der Pfarreiengemeinschaft

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Manche Menschen haben schon erlebt, wie gut ein Ratschlag tut. Ein Mensch, der einem zuhört, baut auf. Dies wissen wir von persönlichen Begegnungen. Dies gilt erst recht, wenn wir profesionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Die Hilfseinrichtungen und Kontaktstellen in unsere Pfarreiengemeinschaft und darüber hinaus die Caritasberatungsangebote bieten den Menschen vor Ort Zuwendung, Hilfe und Lichtblicke im Alltag. Kommt Zeit, kommt Rat, lautet ein Sprichwort. Es ist allerdings besser, den Rat selbst zu suchen, statt auf ihn zu warten. Die Kirche ist für die Menschen da!

Geistlicher Impuls

Sei du, Gott, die Mitte unseres Lebens!
Wenn wir auf der Suche sind
Wenn wir deinen Ruf hören
Wenn wir einen neuen Anfang wagen
Wenn wir uns um unsere Familie bemühen
Wenn wir um uns selbst kreisen
Wenn vieles auf uns einstürmt
Wenn uns alles zu viel wird
Wenn unsere Kräfte versagen
Wenn wir Sehnsucht haben nach dir
In guten und schwierigen Zeiten
Sei du, Gott, die Mitte unseres Lebens
(Aus Caritasdienst)

Sie benötigen Seelsorge

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Wir sind für Sie da! Bitte rufen Sie an und vereinbaren Sie einen Termin.

Hilfe im Trauerfall

Tote begraben
ist ein Werk der leiblichen Barmherzigkeit.
Wir ehren die Getauften als Tempel des Heiligen
Geistes; ehren, wertschätzen und achten das
Leben eines jeden.
Menschen.

Für den Fall, dass eine Ihnen nahe stehende Person gestorben ist, wenden Sie sich bitte an einen Priester unseres Pastoralteams bzw. an eines unserer Pfarrbüros. Daneben ist ein Beerdigungs-institut hilfreich, alle nötigen Schritte in die Wege zu leiten. In der jeweiligen Ortschaft wird die Sterbeglocke geläutet. Sterberosenkränze bzw. Trauerandachten haben in der Regel vor der eigentlichen Beerdigung bzw. Urnenbeisetzung ihren festen Platz.

Die Priester stehen Ihnen als Hinterbliebene gerne zur Verfügung. Wir wollen Ihnen als Trauernde dienen. Mit dem Priester und dem Beerdigungsinstitut ist zunächst der Termin für die Bestattung bzw. Urnenbeisetzung festzulegen. Der Geistliche wird mit Ihnen ein Gespräch führen.

Die Feier eines Begräbnisses ist heute vielfach die Gelegenheit, unsere christliche Botschaft von Tod und Auferstehung auch den Menschen zu verkünden, die ihren Kontakt mit dem Leben der Kirche gelockert bzw. ganz gelöst haben. Der Tod ist ein Ort der Begegnung mit Glaubenden und Nichtglaubenden, mit Suchenden und Zweiflern geworden.

Christus spricht: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.“ (Joh 11,25)

Memento

„Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang.
Nur vor dem Tod derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?
Allein im Nebel tast ich todentlang.
Und lass mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr,
und die es trugen mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur.
Doch mit dem Tod der andern muss man leben.“

(Mascha Kaléko)

Bei einem Sterbefall wenden Sie sich bitte bezüglich des „Sterbeläutens“, des Sterberosenkranz-oder Trauerandacht-Betens und der Frage nach Organist bzw. Ministranten wegen der je örtlichen Gewohnheiten in den einzelnen Ortschaften an folgende Personen:

in Oberweißenbrunn

Bitte rufen Sie bei unserer Mesnerin, Frau Doris Vorndran (Tel. 09772-8305) zwecks Läuten an. Sie gibt Auskunft, an was Sie alles noch denken müssen.

in Frankenheim

Erster Ansprechpartner bei Beerdigungen ist Reinhard Zimmer, Tel. 8203. Er weiß was zu erledigen ist. Sollte er nicht erreichbar sein, Theresia Vorndran, Tel. 8103 oder Konny Rahm, Tel. 1724.

Für Organist und Ministranten sorgen die Hinterbliebenden selbst.

in Bischofsheim

Am besten verständigen Sie bitte das Pfarrbüro (Tel. 09772-931260) von hier aus wird alles nötige geregelt.

in Unterweißenbrunn

Zwecks Läuten bitte auch hier den Mesner, Herrn Gerold Seifert, (Tel. 09772-8583) anrufen. Ansonsten ist in Unterweißenbrunn die besondere Situation gegeben, dass für alles, was die Beerdigung betrifft, Herr Erwin Griebel, (Tel. 09772-8333) als „örtlicher Bestatter“ zuständig ist. Die Sekretärin, Frau Katrin Zimmermann, (Tel. 09772-6257) wird einen Aushang anfertigen und alles weitere orgnisieren.

in Wegfurt

Erster Ansprechpartner ist Herr Edgar Zirkelbach, Tel. 0171 / 92 35 242 o. 09775 / 85 89 13.

Zweiter Ansprechpartner ist Herr Peter Kleinhenz, Tel. 0160 / 84 04 294 o. 09775/ 1241 o. in der Firma Tel. 09775 / 858 040.

in Schönau

Ansprechpartner für das Läuten und den Sterbeaushang ist Herr Wolfgang Schumm, Tel. 09775/290.

Die Organisation von Organistin, Ministranten und Vorbeten macht Frau Gertrud Gensler, Tel. 09775/233.

„Die Zeit, Gott zu suchen, ist dieses Leben.
Die Zeit, ihn zu finden, ist der Tod.
Die Zeit, ihn zu besitzen, ist die Ewigkeit.“

(Hl. Franz von Sales)

Was tun und was hilft?

1. Gegen die Trauer hilft nur das Trauern

Der Prozess des Trauerns verläuft bei jedem Menschen anders. Es gibt keine Regeln und keine Normen und es gibt leider zu wenig Möglichkeiten, das Trauern einzuüben. Jeder hat das Recht auf seine eigene Form des Trauerns.

Es darf keine Trauerpläne, auch keine Zeitpläne geben. Und doch gibt es Hilfen, und doch gibt es, wie Kohelet schreibt "für alles eine Zeit, auch eine Zeit zum Trauern".

Das traditionelle Trauerjahr mit seinen Abstufungen, je nach Verwandtschaftsgrad, hatte etwas für sich. Es gab der Trauer eine Struktur und für den Trauernden (und die Umgebung) die Möglichkeit, sich schrittweise abzulösen. Der 3. Tag, der 7. Tag, der 30. Tag, der Jahrestag eines Todesfalles beispielsweise wurde früher in der Kirche durch Gottesdienste gefeiert. Ja gefeiert, auch die Art der Begleitung haben wir vergessen oder verlernt. Viele verzichten auf den Trauergottesdienst. Früher war Trauer eine öffentliche Angelegenheit. Heute wird die Trauer versteckt. Früher förderte die Gesellschaft das Trauern, heute ist Zurückhaltung angesagt. Vor allem jüngere Leute können wenig Erfahrung für den Prozess des Trauerns sammeln. Sie sind oft sehr hilflos, wenn der Tod z.B. einen Kollegen durch Verkehrsunfall trifft.

Das Minimum der Trauerarbeit um einen ganz nahen Angehörigen ist sicher ein Jahr. So paradox das klingt, wer sich am Trauern vorbeimogelt, muss länger trauern. Oft ersetzen dann lang anhaltende Depressionen die ausgefallene Trauerarbeit. Das Verlusterlebnis muß durchlitten werden, so oder so.

Da helfen keine Pillen; Medikamente können höchstens helfen, die schlimmste Zeit ein wenig erträglicher zu machen. Ein Dauerzustand kann und darf das nicht sein.

Zur Trauerarbeit gehört:

  • Den Schmerz, den man empfunden hat, anderen mitteilen ...
  • Den Sterbe- und Todesvorgang wieder und wieder zu erzählen ...
  • Den erlittenen Schrecken auszusprechen ...
  • Alle Not so lange auszusprechen, bis sie schwächer wird ...
  • Das Foto des Verstorbenen bewusst anschauen ...
  • Zu den Orten zurück zukehren, die man gemeinsam erlebt hat ...
  • Die Ereignisse zurück rufen, die man gemeinsam gehabt hat ...

Im Verlauf der Trauer werden sich sehr widersprüchliche Gefühle einstellen.

Verlassenheit, Sinnlosigkeit, Wut, Ärger, Enttäuschung... schließlich aber auch Zufriedenheit, Gelassenheit, Dankbarkeit. Werden diese Gefühle nicht zugelassen, dann wird die Trauer nur verschoben, nicht verarbeitet. Das Trauern hat dann kein Ende. Die Trauer wird unbewusst aufrecht erhalten, entartet in andauernde Schuldgefühle, etwas versäumt zu haben, und in Depressionen.

Deswegen sollten auch die vorhandenen Schuldgefühle gegenüber dem Verstorbenen zugelassen werden. Sie haben etwas mit gegenseitiger Vergebung zu tun für Versäumnisse, Missverständnisse und Verletzungen... Das ist der schwerste und längste Weg. Zum Beispiel, wenn der Partner Alkoholiker war oder gewalttätig ...

Der Trauernde muss sich auf diese Schritte bewusst einlassen. Selbst Vorwürfe gegen den Verstorbenen nicht verdrängen, sondern aussprechen und damit lösen. Das Wort "über den Verstorbenen nichts Schlechtes“ gilt für die Trauerarbeit nicht.

2. Trauer hat mit Trost zu tun

Wenige wissen, dass Trauer/Trost/Treue sprach geschichtlich miteinander verwandt sind. Manchmal hilft es, wenn wir dieses Wissen aufschlüsseln: Trost ist verwandt mit "tree'', Baum und "Teer", Trost besteht darin, dass ein Mensch da ist. Die Bibel spricht vom treuen Gott (1 Kor 1,9) und zugleich vom Gott des Trostes. Deswegen nennt die Kirche den hl. Geist Tröster - Beistand.

Aus Traum und Tränen sind wir gemacht,
wenn du trauerst, will ich dich trösten.
Aus Tag und Abend sind wir gemacht,
wenn dir kalt wird, will ich dich wärmen.
Aus Angst und Hoffnung sind wir gemacht,
wenn du Tod sagst, sage ich Leben.

Trost besteht in der treuen Begleitung, die zumindest so lange andauern soll, bis das Trauerjahr bestanden ist. Aber zeitliche Vorgaben sind immer schwierig. Die Wiederholung ist das beste Trösten, auch wenn es dem Begleiter auf die Nerven gehen mag, die gleiche Geschichte wieder und wieder zu hören. Bei der formellen Beileidsbezeigung darf es nur bleiben, wenn kein besonderes Interesse am Hinterbliebenen und keine besondere Verpflichtung ihm gegenüber besteht. Für uns Christen stellt sich in jedem Fall die berühmte Frage, die schon an Jesus gerichtet wurde: Wer ist mein Nächster?

Die Antwort Jesu kennen wir. Der, der mich gerade jetzt braucht.

In der liebenden und dauerhaften Anwesenheit eines Menschen besteht der beste Trost. Wir arm unsere Zeit heute ist, beweisen die Zeitungsanzeigen:

"Beerdigung in aller Stille". "Von Beileidsbezeigungen bitte Abstand nehmen". Es wird auf Trost bewusst verzichtet. "Unfähig zu trauern" hat Mitscherlich schon vor Jahrzehnten unsere Gesellschaft mit Recht genannt. Wir tun alles dafür, diesem negativen Ruf gerecht zu werden.

Die Frage „Wie geht es dir?" soll den Trauernden begleiten; schon das Interesse an seiner Trauer spendet Trost. Es muss ein ehrliches, ein konsequentes Interesse sein in der Bereitschaft, mit zu gehen. Im Vorübergehen ist kein Trost möglich:

Im Vorübergehen fragt mein Nachbar wie es gehe,
er fragt nicht, weil er mitgehen will.
Er fragt, weil er weitergehen will.
Ich antworte: es geht.
Aber es geht nicht, so nicht.

Rudolf Bohren

Die biblische Aufforderung: "Einer trage des anderen Last", wird in der Leidensgeschichte Jesu auf negative Weise sichtbar. Trost erhielt Jesus nicht durch seine Jünger und Freunde oder wenigstens durch seine Landsleute, ein Ausländer hilft: Simon von Cyrene. Die Jünger konnten auch die Zumutung des Dabei-Bleibens, bis auf einige Frauen - Frauen haben offensichtlich die größere Kraft - nicht aushalten. Sie sind vor dem Kreuz geflohen, sie haben verleugnet oder sich verleugnen lassen, so wie wir uns im Trauerfall ganz gerne drücken. Das ist aber oft nur der Ausdruck unserer Unsicherheit oder Unfähigkeit, nicht einer bösen Absicht.

Wer richtig trösten will, überlegt sich:

  • Wie wünsche ich mir meinen Begleiter / einen Tröster
  • Wenn ich leide, dann stört mich zunächst jeder, der etwas von mir will
  • Ich kann jetzt nicht diskutieren
  • Ich will keine guten Ratschläge bekommen
  • Ich brauche einen, der zuhört
  • Ich brauche einen, der mich verstehen will, selbst wenn er nicht verstehen kann.

3. Die Trauerarbeit

Jede Trauer verläuft in Phasen. Die einzelnen Abschnitte der Trauer können ineinander über gehen oder auch nebeneinander bestehen bleiben. Es ist schwierig von einem typischen Trauerverhalten zu sprechen. Es gibt viele Zeichen der Trauer, sie wirken sich unterschiedlich aus. Wir unterscheiden - ganz grob - vier Phasen der Trauer. Sie sind den fünf Sterbephasen ähnlich und gehören zu dem Prozess, der wieder zum Weiterleben fähig machen soll. Wie gesagt ist die Intensität und die Dauer unterschiedlich.

Das Nicht-wahr-haben-wollen (Der Schock)

Je unerwarteter der Tod eingetreten ist, desto heftiger sind die Reaktionen der Bestürzung, der Fassungslosigkeit, des Unglaubens über den Vorgang bis zur totalen Empfindungslosigkeit. Oft sind die Tränen blockiert. Der Betroffene wirkt wie versteinert; er ist zu keiner Gefühlsregung fähig.

Es gibt auch die gegenteilige Reaktion: Heftiges Weinen und Schreien bis zum Nervenzusammenbruch. In dieser Phase will man das Geschehene nicht wahrhaben. Es sind noch Pläne und Wünsche offen. Die Handlungsabläufe sind gestört, verlangsamt oder hektisch, laufen automatisch ab oder grenzen an Unfähigkeit. Worte erreichen den Betroffenen oft nicht.

  • Guter Rat: Die Hand halten und schweigen.

Es ist wichtig, wenn der Betroffene gesagt bekommt: Du darfst so sein. Niemand macht dir einen Vorwurf. Da oft alle nahen Angehörigen ähnlich starr und empfindungslos reagieren, sollten Außenstehende, Freunde, Pfarrer, Bestatter, "Erste Hilfe" leisten. Im letzten Fall kann das (leider) auch ausgenutzt werden, weil Entscheidungen, z.B. über den Aufwand bei der Bestattung in dieser Phase getroffen werden müssen: "Machen Sie es so wie es richtig ist!"

  • "Für den Verstorbenen ist mir das Beste gerade gut genug!" - "Die Nachbarn sollen nicht denken, dass... "

Was an wichtigen, weil folgenschweren Entscheidungen aufgeschoben werden kann, sollte verschoben werden. Die erste Phase ist nur kurz, sie dauert zwei, drei Tage.

Die Zwischenphase (Selbstkontrolle)

Nach dem ersten Schock folgt eine kontrollierte Phase. Sie kommt von außen, aber auch vom Trauernden selbst. Da wird einiges vom Trauernden erwartet.

Die Trauerfeier muss geregelt werden; Erd- oder Feuerbestattung entschieden

werden; Freunde sind zu benachrichtigen; Kleidung wird gekauft ...

Diese Notwendigkeiten halten die Gefühle unter Kontrolle. Gelegentlich entsteht der Eindruck der Routine oder der Gelassenheit. Manche erleben die Tage bis zur Trauerfeier wie ein Schauspiel, bei dem sie wie Unbeteiligte zusehen. Der Trauernde fühlt sich leer, minderwertig, zu nichts nützlich. Er steht im Weg und stört.

Nach dieser Zwischenphase beginnt die eigentliche Trauerarbeit. In dieser Phase werden viele allein gelassen. Die Umgebung geht zur Tagesordnung über, wenn sie den Friedhof verlässt. Für den Trauernden steht der Alltag noch lange nicht offen. Seine harte Zeit beginnt jetzt erst.

Das Gefühlschaos (Neuorientierung)

Wenn nach den Abschiedsfeierlichkeiten Ruhe eingekehrt ist, wird die große Leere spürbar. Dann überfallen Verlust und Verlassenheit den Trauernden mit ganzer Wucht und Unmittelbarkeit. Ein Gefühlschaos kann ausbrechen: Wut, Angst, Verbitterung, Neid, Zorn, Verlassenheit, Selbstmordgedanken können sich in schneller Folge abwechseln. Auch dieses Chaos hat seinen tiefen Sinn. Es muss durchlitten werden, wenn es zu einer Neuorientierung kommen soll. Das "Chaos" drückt sich sehr widersprüchlich aus:

  • Das Leben hat keinen Sinn mehr...
  • Es muss Schuldige am Tod dieses Menschen geben ...
  • Was wäre gewesen, wenn ...
  • Wie kann Gott das zulassen?
  • Ich hätte mich anders verhalten müssen ...
  • Der Verstorbene hat aber auch gar nichts für sich getan ...
  • Er wollte mich allein lassen ...
  • Wofür werde ich bestraft?
  • Den anderen geht es gut ...

Alles, also auch der Schmerz und der Zorn gegenüber dem Verstorbenen, der Neid gegenüber anderen muss ausgesprochen werden. Wenn all das ausgesprochen und damit losgelassen werden kann, verblasst das Negative an Erfahrungen. Erleichterung setzt sich durch, alles erscheint in einem - am Ende durchaus - positiven Licht.

Diese Phase ist die kritischste Zeit, denn es werden die Weichen für das weitere Leben gestellt. Es gibt Menschen, vor allem Frauen, die bewusst in dieser Phase verharren. Man verweigert sich dem Leben und macht deswegen der ganzen Umgebung (Kindern) das Leben schwer. Manche blockieren sich auf lange Zeit in einer Art Schwebezustand. Die Trauer wird chronisch. Um da heraus zu kommen, benötigt man eine langwierige Therapie. In dieser Phase ist jede Beschwichtigung falsch:

  • Es wird schon wieder gut
  • Zeit heilt Wunden
  • So benimmt man sich nicht
  • Andere haben das auch mitmachen müssen
  • Stell dich nicht so an
  • So trauert man nicht

Wirklich weiter hilft nur die Erlaubnis, erzählen zu können, also Zuhörer für Leid und Schmerz zu finden. Im Zuhörer entsteht der Plan für eine Neuorientierung. Diese Phase kann U.U. ein halbes Jahr dauern.

Das neue Leben

Diese letzte Phase nennen wir auch Anpassung. Es entwickelt sich eine realistische Einstellung zum Verlust und zum Leben. In der Erinnerung bleibt vor allem, was gut und wertvoll, was bereichernd war. Die negativen Seiten werden ehrlicher gesehen; sie spielen nicht mehr die entscheidende Rolle.

Durch die Verinnerlichung gelingt es sich mehr und mehr vom Verstorbenen zu lösen; er wird nicht vergessen, aber er kann nicht mehr fesseln. Jetzt ist es durchaus an der Zeit, sich z.B. nach einem neuen Lebenspartner umzusehen. Denn das Verhältnis zur Umwelt wird normal. Der Lebenswille kehrt zurück, die eigene, verengte Welt erweitert sich. Die Trauerarbeit führt zu ungeahntem inneren Wachstum und zu einer Lebensreife, die wie ein Geschenk ist. Das Loslassen bewirkt eine neue Art der Gelassenheit. Der Trauernde hat auch für sich gelernt, dass alles Leben endlich ist. Unter diesem Blick weiß er jetzt besser, was für sein Leben wichtig ist und was nicht.

Natürlich kann es Rückschläge geben. Aber sie sind meist nicht von langer Dauer. Wichtige Gedenktage: Todestag, Geburtstag, Hochzeitstag können noch einmal dunkle Schatten aufziehen lassen. Dann ist es gut, eine Kerze zu entzünden. Der milde Schein tröstet.

Manchmal genügt auch ein Kinderlachen, der Anblick eines Liebespaares, oder ein Brief, der einem in die Hände fällt, um kurzzeitig in Trauer zurückzufallen. Diese Erscheinungen nicht kultivieren. Mag die Narbe noch lange schmerzen, insgesamt schlägt das Pendel wieder in Richtung Leben. Der Trauerbegleiter ist inzwischen mehr und mehr überflüssig geworden. Darüber sind dann manche enttäuscht. Das ist falsch. Wer seine Aufgabe erfüllt hat, soll dankbar sein, wenn er loslassen kann. "Wenn ihr alles getan habt" , sagt die Schrift, "dann sollt ihr sagen: Unnütze Knechte sind wir gewesen."

4. Hilfreiche Schritte

Wir fassen zusammen:

Wer im Zusammenhang mit dem Tod nur Verlustgedanken und schmerzliche Gefühle entwickelt, vor allem dann hegt und pflegt, wird negativ ausgerichtet. Er verfällt leicht in Depressionen.

Die Energie folgt den Gedanken

Umgekehrt: Wer freudige und dankbare Gefühle an den Verstorbenen entwickeln und pflegen kann, richtet sich positiv ein und sieht schon bald das Licht am Ende des Tunells.

Deswegen müssen die belastenden und vorwurfsvollen Gedanken an ein Ende kommen:

Jetzt ist aber Schluss

Diesen positiven Impuls kann sich nur der Trauernde geben. Aber Freunde können ihm dabei - allerdings nie zwingend - helfen. Wer ständig grübelt, muss sich ein HALT zurufen. Wer z.B. nicht schlafen kann, sollte sich in dieser Zeit nicht im Bett abquälen, sondern einer sinnvollen Tätigkeit, z.B. Lesen, nachgehen. Es ist keine Katastrophe, eine Zeit lang nicht schlafen zu können. Der Schlaf stellt sich wieder ein. Die Fixierung "Ich kann nicht schlafen" kann zu Schlafstörungen führen. Medikamente, jedenfalls auf Dauer, sind wenig hilfreich.

Manchmal hilft es, negative Gefühle und Gedanken aufzuschreiben, sie jemand zum Lesen geben, oder zu verbrennen, um auf diese Weise loszulassen.

Hätte es der Verstorbene wirklich gewünscht, dass wir endlos trauern und uns quälen?

Die Geschichte von dem Mädchen mit dem nassen Hemdchen

Besser ist es, die gemeinsamen positiven Erfahrungen in den Vordergrund zu bringen und dankbar zu sein. Dankbarkeit ist ein gutes Trostmittel.

Aus dem Erfahrungen anderer lernen. Der Austausch in einer Gruppe mit solchen, die in der Trauerarbeit schon vorangekommen oder hinter sich gelassen haben, ist hilfreich. Eine solche Selbsthilfe Gruppe kann und darf keine Dauereinrichtung (mit gleichen Personen) sein, sonst beginnt sich das Karussell erneut zu drehen. Ich habe Gruppen erlebt, deren einziger Sinn im Erhalt der Trauer bestand. Wer solche Kontakte vermissen musste, kann sie anderen aus seiner Erfahrung schenken, wenn er durch die Trauer hindurch ist.

Religiöse Menschen finden einen besonderen Trost darin, dass sie glauben können. Sie wissen den Verstorbenen in den Händen Gottes aufgehoben. Sie vertrauen darauf, dass wir alle den gleichen Weg gehen und uns bei Gott wieder sehen. Die Auferstehung von den Toten ist die herausragende Botschaft des Evangeliums.

Das Beileid muss wieder erweckt werden. Wir sind es gewohnt, Vergnügungen und Freuden miteinander zu teilen, Feste zu feiern. Im gleichen Kreis muss auch das Mitleiden und das Mittrauern wieder kultiviert werden. Die Nachbarschaft und der Freundeskreis spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Die sogenannte "stille Beerdigung" oder "im engsten Familienkreis" deutet auf die sich ausbreitende Unfähigkeit hin, zu trauern oder Mittrauer und Mitleid anzunehmen. Über die hereinbrechende Trostlosigkeit darf sich dann niemand wundern.

Eine Frage wird immer wieder auftauchen: Wofür werden wir bestraft? Der Tod eines Menschen ist nie eine Strafe. Der Gedanke eines "rächenden Gottes" ist abzuweisen, auch wenn er immer wieder auftaucht. Im Gegenteil: Gott wendet sich im Sterben und im Tod den Menschen zu. Durch das Leben Jesu, der alles mit uns geteilt hat, wurde uns das gezeigt.

Die Frage, warum Menschen von besonders schwerem Unglück betroffen werden, lässt sich nicht beantworten. Wir vertrauen darauf, dass Leid und Unglück vor Gott letztlich einen Sinn haben. Gottes größere" Übersicht" wird sich uns erschließen, wenn wir vom Glauben in das Schauen übergegangen sind.

Schlussgedanke

In meinen Träumen bist du da
In meinem Herzen lebst du fort
Man sagt, du seist tot
Ich weiß, du lebst
Näher bist du mir als je zuvor
Du denkst in mir
Mein Herz singt in dir
Du fühlst in mir
Mir ist als schauten meine Augen durch die Deinen
Der Lebendige spricht:
Ich will, dass die,
die du mir gegeben hast bei mir seien
So kann, was Gott verbunden
niemand trennen,
am wenigsten der Tod.

Simone Weber

Kindertaufe

Die Feier der Kindertaufe

Wir freuen uns sehr über die Geburt Ihres Kindes. Welch ein Segen!

Eltern sind durch die Geburt ihres Kindes dem Geheimnis und dem Geschenkcharakter des Lebens sehr nahe gekommen. Und in der Regel offen und empfänglich für den Zauber, der diesem Anfang inne wohnt (Hermann Hesse)

Im Ritus der Taufe wird das Fundament des christlichen Glaubens gelegt. Jesus berührt den Menschen und nimmt ihn in seine Liebe, in sein göttliches Leben hinein. Wir gehören zu ihm. Das Kind Gottes ist nicht nur das Kind seiner Eltern. Es ist wesentlich Kind Gottes. Es hat eine göttliche Würde. Es ist frei. Es gehört nicht den Eltern oder anderen Menschen, sondern Gott. Es muss seinen eigenen Weg, den Weg seiner Berufung gehen.

„Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu Ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Veters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seit gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,16-20)

Eigentlich gibt es kein „richtiges“ oder „falsches“ Alter zum Taufen. Bei uns hat es sich eingebürgert, die Kinder als Säuglinge taufen zu lassen. Solch eine Praxis fordert uns zum Nachdenken auf. Einerseits wird in der Kindertaufe die Liebe Gottes und die Gnade Gottes, die jedem Menschen ohne Bedingung angeboten ist, wunderbar zum Ausdruck gebracht. Gottes Liebe ist gratis. Andererseits kann ein Kleinkind noch keine persönliche Entscheidung treffen. Daher ist immer Mindestvoraussetzung für die Taufe, dass das Kinde die Chance hat, im Glauben erzogen zu werden. Neben den Säuglingstaufen werden Taufen im Erstkommunion- und Firmalter sowie im Erwachsenenalter (Erwachsenentaufe) immer häufiger.

Wenn Sie sich für die Taufe Ihres Kindes entschieden haben, wenden Sie Sich bitte an eines unserer Pfarrbüros.

Natürlich bietet eine eigene Tauffeier mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Dennoch weisen wir darauf hin, dass eine Taufe auch im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes im Blick auf den Aspekt der Aufnahme in die örtliche Gemeinde möglich und erwünscht ist.

Vor der Taufe vereinbart der taufende Priester einen Gesprächstermin mit Ihnen, wo alles rund um die Taufe besprochen wird.

Gebet

Himmlischer Vater,

wir danken dir für deine unvorstellbar große Liebe. Du sehnst dich danach, mit uns in einer Beziehung der Liebe und der Freundschaft leben zu können. Du möchtest, dass wir Gewissheit haben über deine Liebe zu uns, und dass wir uns darüber von Herzen freuen. Deshalb hast Du in der Taufe in Jesus deinem Sohn uns als geliebte Töchter und Söhne angenommen. Du bist den ewigen Bund der Liebe mit uns eingegangen. Unfassbar, was das für uns bedeutet!

Wir bitten dich: Schenke uns deinen Geist, damit wir voll Freude den Taufbund annehmen und daraus leben. Lass dieses Ja zu dir und den ganzen Leib deines Sohnes, der Kirche, immer tiefer, reiner und klarer werden, damit wir dein Licht und deine Herrlichkeit in diese Welt ausstrahlen. Danke für unsere wunderbare Berufung. Amen

Erwachsenentaufe

Die Erwachsenentaufe

Gerne können Sie als Erwachsener getauft werden. Bei der Feier der Erwachsenentaufe werden Sie zugleich gefirmt und empfangen die Kommunion.

Der Taufe geht eine Zeit der Vorbereitung voraus, wer Christ wird, beginnt sich selbst und die Welt mit anderen Augen zu sehen. Diese neue Sicht muss jede und jeder für sich selbst suchen und erproben. Auf dem Taufweg begegnen sie Christen, die ihr Christsein in unterschiedlichen Situationen leben. Dadurch kann Ihre Entscheidung reifen.

Hilfreich ist eine Gruppe von Menschen, die einander begleiten. Sie kommen in gewissen Zeitabständen zusammen, sprechen über ihr Leben, über ihren Glauben und lesen in der Heiligen Schrift.

Der Weg zur Taufe braucht Zeit. Er dauert mehrere Monate, manchmal ein Jahr.

Die Entscheidung, ob man sich als Erwachsener taufen lassen will, kann keiner abnehmen. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass man es mit dieser Entscheidung ernst meint. Eine weitere Voraussetzung für eine Erwachsenentaufe ist, dass man die Religionsmündigkeit erworben hat (mindestens 14 Jahre alt sein).

Sie sollten sich über die Wichtigkeit dieser Entscheidung klar sein. Wir haben schon genug „Karteileichen“. Die Mitgliedschaft in unserer Kirche bedeutet auch Übernahme von Verantwortung in Gesellschaft und Kirche als Christ/In.

Sie werden nicht sofort getauft, sondern der Ablauf sieht wie folgt aus:

  • Gespräch mit einem Geistlichen
  • Unterschreiben eines Antrages in einem der Pfarrbüros
  • Kopie ihrer Geburtsurkunde vorlegen
  • Beginn des Katechumenates (vorbereitende Gepräche, in denen über Glauben und Christsein gesprochen wird. Keine Angst, es handelt sich um keinen Schulunterricht bzw. Prüfung durch den Pfarrer, ob er sie für würdig befindet. Viel mehr sollen in diesen Gesprächen ihre persönlichen Fragen über den Glauben geklärt werden)
  • Sie benennen eine Frau oder einen Mann aus der Kirche, zu der/dem Sie vertrauen haben, die als Christin oder als Christ lebt und die/der als Patin/Pate in Frage kommt.
  • Sie entscheiden mit dem Geistlichen zusammen, wann der Tauftermin sein soll und sprechen über die Gestaltung des Aufnahmegottesdienstes
  • Sie werden in einem Sonntagsgottesdienst durch Taufe, Firmung und Eucharistie in die Kirche aufgenommen.

Haben sie noch weitere Fragen? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung!

Sie möchten heiraten

Die Liebe unter den Segen Gottes stellen

„Heute müssen die jungen Leute ja nicht mehr heiraten, sondern können auch ohne Trauschein zusammen leben“ - so oder ähnlich haben Sie es sicherlich schon gehört. Trotz der zunehmenden Individualisierung und Pluralisierung von Lebensstilen entscheiden sich nach wie vor viele Paare, ihrer Liebe durch die Ehe einen öffentlichen und verbindlichen Charakter zu geben.

Für Christinnen und Christen ist es wichtig, ihre Liebe unter den Segen Gottes zu stellen und zu wissen, dass sie auf ihrem gemeinsamen Lebensweg von Gott begleitet werden.

  • Sie möchten sich das Sakrament der Ehe spenden?

  • Sie wünschen eine kirchliche Hochzeit im feierlichen Rahmen?

  • Sie haben dazu im Vorfeld Fragen?


Dann sprechen Sie mit einem unserer Priester!

Regelung für Trauungen:

Kirchliche Trauungen finden normalerweise an den Samstagen (außer Karsamstag und kirchlichen Hochfesten) statt. Der Beginn einer Traufeier soll spätestens um 14.00 Uhr sein.

Regelung für Ehejubiläen:

Es ist erfreulich, dass eine hohe Anzahl von Paaren die silberne/goldene/diamantene Hochzeit feiern können. Die Termine entsprechen denen für Trauungen oder in den Sonntagsmessen (Sa/So).

Von der Ehe

Ihr wurdet zusammen geboren,
und ihr werdet auf immer zusammen sein.
Ihr werdet zusammen sein, wenn die weißen Flügel des Todes eure Tage scheiden.
Ja, ihr werdet selbst im stummen Gedenken Gottes zusammen sein.
Aber lasst Raum zwischen euch.
Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.
Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel;
Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein.
Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.
Gebet einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.
Singt und tanzt zusammen und seit fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein,
so wie die Seiten einer Laute allein sind und doch von der selben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich
und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen.

(Khalil Gibran)

Wunsch nach Beichte

Sakrament der Versöhnung

„Das Gewissen ist das 'leuchtende  Auge der Seele'“.

(Johannes Paul II)

In unserer Pfarreiengemeinschaft werden Kinder im Rahmen der Vorbereitung auf die Erstkommunion auch auf ihre Erstbeichte vorbereitet. Unser aller Leben in Freundschaft und Gemeinschaft mit anderen kann nur gelingen, wenn wir bereit sind, immer wieder neu anzufangen, uns versöhnen zu lassen und einander Vergebung zu schenken.

Die Hand geben
umarmen
ein freundliches Wort sagen
sich entschuldigen
die Wahrheit sagen
wieder miteinander reden
für den anderen Zeit haben
Tränen
freundliches Anschauen
einen Brief schreiben
einladen
einen neuen Anfang finden
Vertrauen wagen

Das Sakrament der Versöhnung möchte den Menschen in schwierigen Situationen helfen:

  • das Gewissen zu sensibilisieren
  • die Fähigkeit zu Trauer und Treue nicht zu verlieren
  • einen geschützten Raum des Aussprechens zu haben
  • Worte der Versöhnung zu hören
  • kleine Schritte der Veränderung zu suchen und zu gehen

Wünschen Sie ein Beichtgespräch, dann wenden Sie sich bitte an einen unserer Priester, die gerne mit Ihnen einen Termin vereinbaren.

Gebet

Jesus Christus, du bist der gute Hirt und gehst dem verlorenen Menschen nach, um ihn zurück in die Liebe des Vaters zu holen. Dabei willst du unser Leben von allen Verletzungen, Verunstaltungen und Demütigungen durch die Sünde heilen. Du willst uns aufrichten und neu machen. Wir danken dir für deine Liebe, die uns heilt. Wir danken dir für dein Erbarmen, das du uns in besonderer Weise im Busssakrament schenkst.

Wir bitten dich: schenke uns in neuer Weise den Heiligen Geist, damit wir in seinem Licht das Zerstörerische der Sünde erkennen. Zeige uns zugleich dein unendliches Erbarmen, mit dem du unser ganzes Leben bekleiden möchtest. Gib uns Mut und Entschiedenheit, damit wir uns von aller Sünde abwenden und wie der verlorene Sohn uns ganz deinem Herzen zuwenden. Wir preisen dein Erbarmen und deine grenzenlose Güte. Amen.

Krankensalbung

Gottes Liebe hautnah

Wünschen sie den Besuch eines Priesters zur Krankensalbung, dann wenden Sie sich bitte an unsere Priester.

Durch Krankheit entwertet?

"Wenn Du krank wirst und nicht mehr so mitkannst, wirst du von den Mitmenschen vergessen ,..", klagt ein behinderter Mann, der seine Wohnung nur mehr selten verlassen kann. Vielen wird erst durch den Verlust der Gesundheit bewusst, dass sie begrenzte und vergängliche Menschen sind. Manche fühlen sich durch die Krankheit entwertet. Kein Wunder, dass in vielen Kulturen Krankheit als böser Fluch, als Strafe der Götter oder Auswirkung eines schlechten Karmas gedeutet wird.

Und Jesus?

Von Jesus wird uns erzählt, dass er die Kranken mit ihren körperlichen Schmerzen, aber auch mit ihrer Angst, wertlos zu sein und allein gelassen zu werden, sehr ernst nimmt. Philosophische oder theologische Erklärungen über den Sinn des Leidens hören wir aus seinem Munde nicht, aber er ist den Kranken nahe. Er berührt sie und lässt sich von ihnen berühren. Und seine Nähe macht ihnen Mut. Sie werden aufgerichtet -seelisch und oft auch körperlich. Mit Recht nennt man ihn den "Heiland", den "Heilenden". Und er fordert seine Jünger auf, es ihm gleichzutun.

In seinen Fußstapfen

In der Bibel lesen wir: "Die Zwölf machten sich auf den Weg ... und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie." (Markus 6, 12-13). Das Öl ist dabei ein uraltes Symbol für die Kraft, die von Gott kommt. Mit Öl salbte man im alten Israel Könige und Priester und bei den Griechen und Römern die Ringkämpfer. Könige, Priester, Ringkämpfer ... Sollen nicht auch kranke Menschen wieder ihre königliche Würde, die sie als Söhne und Töchter Gottes haben, neu entdecken, ihre schwierige Situation "priesterlich" auf Gott hin öffnen und sich so zu neuer Hoffnung "durchringen"? Im Jakobusbrief des Neuen Testamentes (zwischen 60 und 100 n. Chr. abgefasst) lesen wir: "Ist einer von euch krank? Dann rufe er ' die Presbyter (Priester) der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben." (5,14-15) Was schon zur Zeit der Apostel geschah, tut i die Gemeinschaft der Kirche bis heute.

Bis heute

Christliche Liebe zu den Kranken verwirklicht sich auf vielfältige Weise: von charismatischen Heilungen durch besonders begnadete Menschen bis zur medizinischen Behandlung in kirchlichen Spitälern und Ambulanzen (unverzichtbar in vielen sozial armen Ländern), vom schlichten Krankenbesuch bis zur organisierten Hauskrankenpflege, vom Gebet für die Kranken bis zum Bringen der hl. Kommunion ans Krankenbett. Die Liebe zu den Kranken gehört zum Kern des Evangeliums. Ein besonders deutliches Zeichen dafür ist bis heute das Sakrament der Krankensalbung.

Nicht nur "letzte Ölung"

Leider wird die Krankensalbung manchmal nur als "letzte Ölung", die noch schnell vor dem Tod gespendet wird, gesehen. Aber das ist eine Verkürzung ihres Sinnes. Dieses Sakrament soll ja Menschen in ernster Krankheit stärken - und wenn Gott es will -auch körperlich wieder aufrichten. "Daher ist der rechte Augenblick sicher schon gegeben, wenn der Gläubige beginnt, wegen Krankheit oder Alterschwäche in Lebensgefahr zu geraten", erklärt das letzte Konzil (SC 73). Und der Katechismus der katholischen Kirche ergänzt und führt aus: "Wenn ein Kranker ... wieder gesund wird, kann er, falls er wiederum schwer erkrankt, dieses Sakrament von Neuem empfangen. Im Laufe der Krankheit darf dieses Sakrament wiederholt werden, wenn der Zustand sich verschlimmert, Es ist angebracht, die Krankensalbung zu empfangen, wenn man vor einer schweren Operation steht. Das gleiche gilt für Betagte, deren Kräfte zu versagen beginnen." (KKK 1515)

Hautnah

Sollten wir diesem Sakrament, in dem Gottes Liebe zu den Kranken so "hautnah" gespürt werden kann, nicht wieder mehr Aufmerksamkeit schenken? Die Erfahrung zeigt, dass unglaublich viel Kraft und Frieden von ihm ausgeht. Es hat unzählige Menschen ermutigt und aufgerichtet, unzählige auch gestärkt auf ihrem letzten Weg zu Gott.

Aus der Feier der Krankensalbung

Der Priester salbt den Kranken auf der Stirn und auf den Händen mit heiligem Öl. Dabei spricht er: "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen; er stehe dir bei in der Kraft des Heiligen Geistes: Der Herr, der dich von deinen Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf. Amen".

Vor der Krankensalbung kann die sakramentale Beichte abgelegt werden und im Anschluss daran kann der Kranke, wenn er möchte, die heilige Kommunion empfangen.

Krankenkommunion

Wir sind bemüht, Kranken und älteren Menschen auf Wunsch wenigstens einmal im Monat die Gelegenheit zum Empfang der Heiligen Eucharistie zu bieten. Melden Sie sich bitte in den Pfarrbüros an. Eine Seelsorgerin/Seelsorger aus dem Pastoralteam kommt gerne zu Ihnen.

Gibt es etwas Schöneres als Jesus Christus zu den Menschen zu tragen? Nein.

Für die Orte Bischofsheim, Oberweißenbrunn und Frankenheim ist für die Krankenkommunion grundsätzlich der erste Freitag im Monat und für Unterweißenbrunn und Wegfurt der zweite Freitag im Monat vorgesehen. In Schönau wird die Krankenkommunion nach Absprache gespendet.

Messbestellung

Eine Messbestellung oder Messintention ist der Wunsch, in den Gottesdienst eigene Anliegen und Gebete mit einzubeziehen. Dies kann ein Gebet für Verstorbene, aber auch die Bitte um Hilfe in einem speziellen Anliegen oder auch der Dank für Vergangenes sein.

Diese "Gebetsintention" wird dann in den Gottesdienst miteinbezogen. (Im Normalfall ist dies in der Gottesdienstordnung bekannt gegeben und wird darüber hinaus im jeweiligen Gottesdienst namentlich verlesen).

Für die Messbestellung erbittet die Pfarrei den Betrag von 10.-- €. (Dieser Betrag wurde einheitlich von den Bischöfen für ganz Bayern so festgelegt und enthält 5,-- € für die eigentliche Messintention und 5,-- € als Beitrag für die musikalische Gestaltung.) Mit diesem Betrag bestreiten unsere Kirchengemeinden einen Teil ihrer Auslagen für den Gottesdienst (Heizung, Kerzen, Blumen, Organist .....) Für einen Gottesdienst werden mehrere Intentionen angenommen und vermeldet. Damit aber in jeden Anliegen auch eine Messe gehalten wird, wird bei „überzähligen“ Intentionen in Missionsländern noch jeweils eine heilige Messe gefeiert, d. h. es ist garantiert, dass für jedes Anliegen auch eine Messe gelesen wird. Daher bleiben auch bei mehreren Intentionen für eine Eucharistiefeier nur € 10,-- in unserer Pfarrgemeinde.

Im Gottesdienst betet jeder einzelne Christ für seine eigenen Anliegen als Dank und Bitte, die Anliegen der Gemeinde und aller Christen, sowie auch zum Lobe Gottes. Die Eucharistiefeier ist daher immer die Feier und das Gebet der gesamten Gemeinde.

Messbestellungen werden in unseren Pfarrbüros zu den üblichen Öffnungszeiten entgegengenommen.

Als Ansprechpartnerinnen stehen für sie die Pfarrsekretärinnen bereit.

  • Frau Waltraud Leier für Oberweißenbrunn u. Frankenheim, Tel. 09772/1515; Bürozeit montags von 9:00 bis 12:00 Uhr. Die Termine für die monatliche Bürozeit in Frankenheim entnehmen sie bitte der aktuellen Gottesdienstordnung.

  • Frau Katrin Zimmermann für Unterweißenbrunn, Wegfurt und Schönau, Tel. 09772/340; Bürozeit dienstags von 8.30 bis 12:00 Uhr. Die Termine der monatlichen Bürozeiten in Wegfurt und Schönau entnehmen Sie bitte der aktuellen Gottesdienstordnung.

  • Frau Roswitha Mader für Bischofsheim u. Haselbach, Tel. 09772/931260; Bürozeiten dienstags u. donnerstags von 8.30 – 12.00 Uhr, mittwochs von 10.00 – 12.00 Uhr und freitags von 8.00 – 11.00 Uhr.

Grundsätzlich können jedoch in allen Pfarrbüros für alle Gemeinden Messen bestellt werden.

Gewünschte Termine werden nach Möglichkeit eingehalten.

Wenn durch eine Beerdigung am Ort die Abendmesse entfällt, werden die an diesem Tage bestellten Messen beim nächsten Werktagsgottesdienst mitgehalten.

Der genaue Wiederholungstermin wird auf dem Aushang zum Sterbefall bekannt gegeben.

Ebenfalls liegen in unseren Kirchen Formulare aus, mit denen Messen bestellt werden können, sie sind dann in der jeweiligen Sakristei abzugeben.

Messen, die in der nächsten Gottesdienstordnung erscheinen sollen, müssen bis spätestens zum 10. des Vormonats bestellt werden.

Geistliche Begleitung

Leih mir dein Ohr !

Wenn Menschen miteinander reden, hört Gott mit, bringen wir Gott ins Spiel.
Der eine leiht dem anderen sein Ohr – das ist zutiefst göttlich!

Wenn Sie auf Ihrem geistlichen Weg wachsen und vorankommen wollen, setzen Sie sich bitte dem Pastoralteam in Verbindung. In einem persönlichen Gespräch kann eine mögliche Begleitung geklärt werden. Im Unterschied zum Seelsorgegespräch werden bei der Geistlichen Begleitung in einem Klärungsgespräch Absprachen über den Rahmen (wie z. B. feste Termine) getroffen. Über einen festzulegenden Zeitraum finden regelmäßige Gespräche statt.

Das Schönste im meinem Leben:

Einen Menschen im persönlichen Gespräch in seiner Ganzheit erkennen:
Sowohl die innere Dramatik, die sich kaum eingestehen lässt,
der aus dauerndem Scheitern oder einem inneren Bruch herrührende Komplex,
wie auch die unersetzlichen Gaben,
durch die hindurch das Leben in Gott in einem Menschen alles vollbringen kann.

(Roger Schütz, früherer Prior von Taizé)